KI made in der Pfalz: Sieben Kommunen bauen gemeinsam die Verwaltung von morgen

Land fördert Pilotprojekt für KI und digitalen Bürgerservice mit über 330.000 Euro

Kommunalminister Sven Teuber hat der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land und ihren sechs Kooperationspartnern Dahner-Felsenland, Hauenstein, Rodalben, Thaleischweiler-Wallhalben, Waldfischbach-Burgalben und Zweibrücken-Land heute einen Förderbescheid über 332.126,97 Euro übergeben. Das Geld stammt aus der Pilotförderung „Interkommunale Zusammenarbeit“ (IKZ) und fließt in das gemeinsame Projekt „Moderne Verwaltung durch KI und digitaler Bürgerservice“.

 

„Mit diesem Projekt sorgen wir dafür, dass Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll in der Verwaltung ankommt und der digitale Bürgerservice spürbar besser wird. Künstliche Intelligenz wird die Verwaltung der nächsten Jahre grundlegend verändern, und interkommunale Zusammenarbeit ist der richtige Weg, diesen Wandel klug zu gestalten. Das stärkt unsere Kommunen und bringt echten Mehrwert für die Menschen vor Ort. Die großen Aufgaben unserer Zeit lösen wir am besten gemeinsam. Wenn sieben Verbandsgemeinden ihr Wissen bündeln, können sie moderne Lösungen schneller umsetzen, als es jede Kommune allein könnte“, sagte Kommunalminister Sven Teuber.

 

Die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land übernimmt die Federführung des Projekts. Gemeinsam mit den sechs Partnerkommunen führt sie datenschutzkonforme KI-Anwendungen für die interne Verwaltungsarbeit und den digitalen Bürgerservice ein. Geplant ist unter anderem eine sichere Plattform für generative Text-KI, die Beschäftigte bei der Erstellung und Überarbeitung von Texten, Zusammenfassungen und Vorlagen unterstützt. Ergänzend sollen Webchatbots und Telefonbots Bürgeranfragen künftig rund um die Uhr beantworten oder an die zuständigen Stellen weiterleiten. Weitere KI-Anwendungen, etwa im Sitzungs- und Dokumentenmanagement, werden im Projektverlauf erprobt. Schulungen sowie eine wissenschaftliche Begleitung durch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern sichern einen kompetenten, verantwortungsvollen und rechtssicheren Einsatz der neuen Technologien.

Durch die gemeinsame Entwicklung und Nutzung der Anwendungen entstehen einheitliche Standards und wirtschaftliche Synergien. Gerade kleinere und mittlere Verwaltungen im ländlichen Raum erhalten so Zugang zu einer modernen KI-Infrastruktur, die sie allein nur mit deutlich höherem Aufwand aufbauen könnten. Gleichzeitig werden Beschäftigte entlastet und der Bürgerservice weiter verbessert.

 

Hintergrund

Das Land unterstützt die interkommunale Zusammenarbeit, um Kommunen langfristig handlungsfähig zu halten. Seit dem Start der IKZ-Pilotförderung im Mai 2024 haben sich bereits 197 Kommunen in 45 Verbünden zusammengeschlossen. Für die Förderung solcher Kooperationen stehen 2025 und 2026 jeweils fünf Millionen Euro im Landeshaushalt bereit.